Ralph Saxe tritt als Sprecher der Grünen zurück

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Das dürfte viele Grüne, aber auch viele politisch Interessierte in Bremen überrascht haben: Ralph Saxe trittals Sprecher der Grünen in Bremen zurück. Diese Entscheidung hat der 59-jährige teilte seine Entschluss am Montag per e-Mail mit.

5 Jahre Parteivorsitzender

Ralph Saxe, Grüne, MdBB (Quelle Die Grünen Bremen)
Ralph Saxe, Grüne, MdBB (Quelle Die Grünen Bremen)

Der Weinhändler mit Geschäften in Bremen und Hamburg gibt für seinen Entschluss persönliche Gründe an. Auf Grund einer anstehenden Scheidung wolle er alle Kräfte sammeln und sein Leben achtsam und sorgfältig ordnen. Insbesondere auch in Hinblick auf seine Kinder, aber auch gegenüber der grünen Partei, wie er betont.

„Es ist wahrlich kein guter aber ein richtiger Zeitpunkt als Sprecher des Grünen Landesvorstandes zurückzutreten. Ich habe die Doppelbelastung als Sprecher und Abgeordneter fast fünf Jahre mit großer Begeisterung ausgefüllt. Ich bin ein zutiefst grün lebender und denkender Mensch und mag den Wettbewerb um die besten Konzepte sehr. Wenn ich aufgrund einer zusätzlichen enormen privaten Belastung die Grüne Partei nicht weiter mit der erforderlichen Kraft und Aufmerksamkeit führen kann, dann erfordert es die Verantwortung gegenüber der Grünen Partei und den vielen grünen Mitgliedern, das Amt abzugeben,“ erklärt Saxe in einem Facebook Posting.

Alexandra Werwart, Grüne
Alexandra Werwart, Grüne (Quelle: Die Grünen Bremen)

Die Ko-Sprecherin der Grünen, Alexandra Werwath hat Verständnis für die Entscheidung: „Ich habe viel Respekt und Sympathie für seine Entscheidung, die uns in der Partei aber wehtut. Wir wünschen ihm Kraft.“ Sie könne als Kind einer Alleinerziehenden verstehen, wenn Eltern in solchen Zeiten verantworten übernehmen.

Der Politik bleibt Saxe treu

Der Rücktritt vom Parteivorsitz bedeutet jedoch nicht, dass Ralph Saxe der Politik den Rücken kehrt. Er will als Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft eiter machen. Er ist sich auch im klaren darüber, dass er nach dem Rücktritt keinen Anspruch auf einen sicheren Listenplatz für die Bürgerschaftswahl 2019 hat.

Ungünstiger Zeitpunkt für die Grünen

Für die Grünen kommt dieser Entschluss zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Erst im April hatte der Vorstand mit der Entscheidung für eine Dreier-Spitze zur Bürgerschaftswahl für Unruhe an der grünen Basis gesorgt. Die Landesmitgliederversammlung wollte sich im Juni nicht auf das Spitzentrio aus Finanzsenatorin Karoline Linnert, Sozialsenatorin Anja Stahmann und Fraktionsvorsitzender Maike Schäfer einlassen. Der Vorstand wurde stark kritisiert für die frühe Festlegung. Daher läuft derzeit bei den Grünen bis zum 16. September eine Urwahl über die Spitzenkandidatin.

Im Rennen sind Karoline Linnert und Maike Schäfer. Die Finanzsenatorin hat die 720 Parteimitglieder zusätzlich unter Druck gesetzt: Wenn sie nicht Spitzenkandidatin wird, dann werde sie gar nicht auf der grünen Liste zur Bürgerschaftswahl antreten.

Für Saxe hat die Urwahl nach eigenem Bekunden keine Rolle bei seiner Entscheidungsfindung gespielt. Dies zeige auch der Zeitpunkt, wie er betont.

Kurze Einarbeitungszeit für einen neuen

Für die Grünen wird das eine schwierige Zeit. Sie müssen jetzt auch einen neuen Ko-Sprecher finden. Dieser soll aller Vorraussicht nach auf der Mitgliederversammlung am 14. September gewählt werden. Ob der damaligen Gegenkandidat von Saxe, Hermann Kuhn, seinen Hut wieder in den Ring wirft, bleibt offen. Aber der 73-jährige denke darüber nach.

Klar ist aber, dass der Neue wenig Zeit zur Einarbeitung haben wird. Nach der Wahl steht erst der Wahlkampf zur Bremischen Bürgerschaft an und direkt im Anschluss möglicherweise Koalitionsverhandlungen.

 

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