Schlechte Ergebnisse bei Vergleichstests kennt man ihn Bremen, vor allem im Bildungsbereich. Der INSM Bildungsmonitor 2018 für Bremen hat den Zustand der Bildungspolitik des rot-grünen Senats erneut offenbart: Rote Laterne für Bremen. Die Parteien reagieren unterschiedlich auf die Ergebnisse.

SPD sieht keinen Grund für Veränderungen

Der bildungspolitische Sprecher der SPD Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Mustafa Güngör, verweist daruf, dass die Erkenntnisse nicht neu seien. Das Institut Neue Soziale Marktwirtschaft greife für den Bildungsmonitor auf bekannte Studien zurück. Laut Güngör habe die rot-grüne Koalition daher bereits reagiert. „Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben wir den Bildungshaushalt 2018 und 2019 jeweils um deutlich mehr als 100 Millionen Euro aufgestockt”, erklärt der Sozialdemokrat. Für ihn bestätige der Bildungsmonitor die Bildungspolitik: „Wenn der Bildungsmonitor eine Erkenntnis bringt, dann die, dass diese Maßnahmen absolut richtig und notwendig waren. Für uns ist klar: Wir werden diese Bemühungen fortsetzen und den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen.“

Auch Grüne fühlen sich bestätigt

Die Fraktion der Grünen fühlt sich ebenfalls in ihrer Bildungspolitik bestätigt durch den Bildungsmonitor. Dieser zeige, dass die ergriffenen Maßnahmen richtig und notwendig seien. Dazu gehören aus Sicht der Grünen die deutlich erhöhten Mittel, das neue Institut für Qualitätsentwicklung zur Unterstützung der Schulen und die Ausbildung von mehr ReferendarInnen. Diese Maßnahmen müsse man fortführen. Der bildungspolitisch Sprecher der Grünen, Matthias Güldner, unterstreicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit eines neuen Schulkonsens. Er erklärt dazu: „Entscheidend wird bei allen Innovationen und Anstrengungen sein, dass sich alle Beteiligten des Bremer Bildungswesens bewusst sind: neue Institutionen wie das Institut zur Qualitätsentwicklung, mehr Stellen und mehr Geld können nur ihre Wirkung entfalten, wenn es zur selbstverständlichen Grundhaltung an Schulen gehört, in einer gemeinsamen Anstrengung die Bildungsergebnisse Bremer Schülerinnen und Schüler zu steigern.“

Weder die SPD, noch die Grünen, gehen darauf ein, dass Bremen sich im Vergleich zum Bildungsmonitor 2013 sogar verschlechtert hat. Hamburg und Berlin konnten ihre Ergebnisse stark verbessern.

CDU sieht katastrophalen Trend

Dr. Thomas vom Bruch, CDU, MdBB
Dr. Thomas vom Bruch, CDU, MdBB (Quelle: CDU)

Für den bildungspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Thomas vom Bruch, sind die Werte des aktuellen Bildungsmonitors der Initiative Deutsche Marktwirtschaft eine katastrophale Gesamtschau für Bremen. „Bremen ist unter Rot-Grün nun auch in dieser Studie endgültig auf den letzten Platz abgerutscht,“ erklärt vom Bruch. Auch die CDU merkt an, dass die Erkenntnisse nicht neu seien. Aus Sicht der Christdemokraten sind die Ergebnisse und Erkenntnisse des Bildungsmonitors niederschmetternd. Vielmehr zeige die Vergleichsstudie, dass der Senat es nicht geschafft habe, dem Negativ-Trend in irgendeiner Form entgegenzuwirken.

Vom Bruch verweist auch auf die Ergebnisse aus dem Bereich „Digitalisierung“. Die Digitalisierung wurde erstmals vom Bildungsmonitor ausgwertet. Der Sprecher mahnt, dass Bremen in diesem Bereich nicht den Anschluss verlieren dürfe. „Digitalisierung ist sicher nicht die Lösung für die bremische Bildungsmisere, sondern eine Ergänzung und zusätzliche Chance und Herausforderung. Aber sie muss an den bremischen Schulen so fortschritts- und zukunftsorientiert gestaltet sein, dass sie der realen Entwicklung der Digitalisierung in Gesellschaft und Wirtschaft standhalten kann. Andernfalls werden wir im internationalen Wettbewerb zurückfallen“, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

FDP: In Bremen läuft etwas gewaltig schief

Die FDP bewertet die Ergebnisse ähnlich, wie die CDU. Die bildungspolitische Sprecherin Julie Kohlrausch erklärt dazu: „Der Bildungsmonitor zeigt einmal mehr: in Bremen läuft etwas gewaltig schief und das Problem ist hausgemacht. Bremen hat nicht nur den letzten Platz im Ländervergleich belegt, sondern auch im Vergleich zum Vorjahr Prozentpunkte verloren.“ Die ehemalige Grundschulleiterin plädiert für mehr finanzielle Mittel und mehr Schulautonomie.

Linke sehen ebenfalls Negativtrend in der Bildung

Kristina Vogt, Die Linke, MdBB
Kristina Vogt, Die Linke, MdBB (Quelle: Linskfraktion)

Für die Linksfraktion in der Bürgerschaft erklärt die Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprechering, Kristina Vogt, dass die Befunde nicht überraschend kommen. Und sie ist besorgt: „Bedenklich ist allerdings, dass Bremen nicht nur wieder den letzten Platz belegt, sondern im Vergleich zu 2013 sich weiter verschlechtert hat.“ Vogt kritisiert, dass Bremen im Vergleich am wenigsten für die Bildung ausgebe. Dies zeige der Bildungsmonitor deutlich. Sie erinnert dran, dass der Senat 2015 eigentlich andere Maßstäbe in Sachen Bildung setzen wollte. Für sie weisen die getroffenen Maßnahmen zwar in die richtige Richtung, seien aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

BiW und AfD ohne Stellungnahme

Weder die Fraktion „Bürger in Wut“ noch die AfD Bremen haben bislang eine Stellungnahme zu den Ergebnissen der bildungspolitischen Studie veröffentlicht

 

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